8.3.12

UNRUHE


Der natürliche Zustand von Kindern ist Unruhe; nicht im Sinne von nervöser Hippeligkeit, sondern im Sinne von Aktivität. Dazu gehört auch Lärm und Bewegung. Dieser Umstand ist schon oft der Anlass für Prozesse gewesen, weil sich irgendwelche verknöcherten und kinderfeindlichen Typen in ihrer scheintoten Ruhe gestört fühlten.

Auch viele Eltern glauben, Kinder müssten überwiegend ruhig sein. Wenn ihre Kinder ihnen zu lebendig sind, rennen sie zum Arzt und sind ganz begeistert, wenn der dann die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) stellt und z.B. Ritalin verordnet; die Eltern können sich dann für unschuldig halten, denn schließlich ist ihr Kind ja krank.

Eine Welt voller Verbotsschilder, Gefahrenzonen und ruhebedürftiger Nachbarn verhindert, dass sich Kinder austoben können. So staut sich das Bedürfnis nach spielerischer Lebendigkeit auf und bricht sich oft Bahn in zerstörerischem Verhalten oder einer ziellosen Zappeligkeit. Nur ausgetobte Kinder können zu einer äußeren und inneren Ruhe finden, die es ihnen ermöglicht, konzentriert und ausdauernd zu spielen und zu arbeiten.

Wenn Sie Ihr Kind erfolgreich und auf Dauer ruhigstellen wollen, parken Sie es mit tonnenweise Süßigkeiten vor der Glotze. Es wird dann zwar dumm und fett aber laut- und bewegungslos und Sie ersparen sich gerichtliche Auseinandersetzungen wegen ruhestörenden Lärms.

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