Viele Menschen stecken schon als Kind in einer Schuldenkrise, weil ihre Eltern der Meinung sind, ihre Kinder würden ihnen Dankbarkeit schulden; und das stürzt die Kinder in eine Krise, weil sie oft (zu recht) nicht wissen, wofür sie eigentlich dankbar sein sollen, oder weil sie ihre Schulden nicht zurückzahlen können: Sie sind entweder nicht dankbar genug, oder erweisen sich nicht auf die Art dankbar, die die Eltern erwarten – z.B. so zu sein wie gewünscht. Die Tragik besteht darin, dass alle Kinder an ihre Verpflichtung zur Dankbarkeit glauben, weil die Gehirnwäsche schon sehr früh beginnt und Kinder lieber sich selbst für undankbar als ihre Eltern für ungerecht und lieblos halten. „Undankbare“ Kinder fühlen sich chronisch schuldig. Sie übernehmen die Rolle des Opfers, weil sie aus Gewissensgründen ihre Eltern nicht als Täter sehen können. Kinder sind normalerweise sehr glücklich, wenn die Eltern ihre Elternpflicht fürsorglich und liebevoll erfüllt haben, sie können auch (freiwillig) Dankbarkeit empfinden; aber es darf niemals ein Schuldner-Gläubiger-Verhältnis geben.
Nicht ganz so furchtbar, aber immer noch schlimm genug, ist die Aufforderung an kleinere Kinder „danke“ zu sagen, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Dieser Eingriff in das Selbstbestim-mungsrecht der Kinder, um ihnen angemessenes Sozialverhalten beizubringen, ist ungerechtfertigt und unnötig. Außerdem: Wenn sich das Kind freut, ist das am Gesichtsausdruck zu erkennen, wenn es sich nicht freut, ist die Aufforderung zum „Danke“ eine Aufforderung zu lügen, und zwar so lange, bis die Kinder unterscheiden können zwischen dem Geschenk als Sache, was durchaus misslungen sein kann und dem Motiv des Schenkenden, eine Freude machen zu wollen, wofür man grundsätzlich und ohne zu lügen dankbar sein kann. Die Bedeutung von Höflichkeitsfloskeln und gesellschaftlich akzeptierten Lügen, die durchaus ihre Berechtigung haben können, lernen die Kinder erst später. Wie alle Gefühle sollten Kinder auch Dankbarkeit nur ausdrücken, wenn sie sie auch empfinden. Ich fühle mich nicht wohl, wenn mir ein erzwungener Dank entgegengebracht wird.
Nicht ganz so furchtbar, aber immer noch schlimm genug, ist die Aufforderung an kleinere Kinder „danke“ zu sagen, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Dieser Eingriff in das Selbstbestim-mungsrecht der Kinder, um ihnen angemessenes Sozialverhalten beizubringen, ist ungerechtfertigt und unnötig. Außerdem: Wenn sich das Kind freut, ist das am Gesichtsausdruck zu erkennen, wenn es sich nicht freut, ist die Aufforderung zum „Danke“ eine Aufforderung zu lügen, und zwar so lange, bis die Kinder unterscheiden können zwischen dem Geschenk als Sache, was durchaus misslungen sein kann und dem Motiv des Schenkenden, eine Freude machen zu wollen, wofür man grundsätzlich und ohne zu lügen dankbar sein kann. Die Bedeutung von Höflichkeitsfloskeln und gesellschaftlich akzeptierten Lügen, die durchaus ihre Berechtigung haben können, lernen die Kinder erst später. Wie alle Gefühle sollten Kinder auch Dankbarkeit nur ausdrücken, wenn sie sie auch empfinden. Ich fühle mich nicht wohl, wenn mir ein erzwungener Dank entgegengebracht wird.
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