10.3.12

CHANCENGLEICHHEIT

„Auf die Plätze fertig los!“ Alle starten von derselben Linie und für alle ist das Ziel 100 m oder auch 50 km entfernt. Chancengleichheit? Nein. Für alle Starter gelten zwar dieselben äußeren Bedingungen, aber individuelle Unterschiede der Lauffähigkeit bedeuten logischerweise unterschiedliche Chancen, das Ziel überhaupt oder in einer bestimmten Zeit zu erreichen. Es ist eine Grundtatsache des Lebens, dass alle menschlichen Fähigkeiten individuell unterschiedlich ausgeprägt sind – genetisch und/oder umweltbedingt. Wenn man Chancen als Möglichkeit begreift, Ziele/Ausbildung von Fähigkeiten zu erreichen, beginnt die Chancenungleichheit bereits mit der Zeugung. Chancengleichheit ist weder national noch global denkbar; und zwar nicht (nur) wegen der Unfähigkeit oder Bösartigkeit der Menschen, sondern allein schon wegen Unterschieden in den natürlichen Gegebenheiten. Diese Tatsachen sind allgemein bekannt und ziemlich banal. Da es Chancengleichheit also nicht gibt (außer beim Lotto), wird besonders in der Bildungspolitik über ein Phantom diskutiert. Lassen wir also mal die begriffliche Kirche im Dorf und stellen fest, dass es um etwas sehr Einfaches geht: Alle Menschen kommen mit der Unterschiedlichkeit/Vielfältigkeit der Lebensbedingungen und Menschen gut zurecht und akzeptieren diese als Grundtatsache des Lebens; aber niemand möchte das Gefühl haben, dass die Gesellschaft, in der er lebt, Arschkarten verteilt.


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