10.3.12

OUTFIT


Wie trist und grau sähe die Welt aus, wenn der Mensch nicht eitel wäre. Neben dem Bedürfnis nach Verschönerung dient die äußere Selbstgestaltung als sozialer Signalgeber – man zeigt was man ist, hat, denkt, fühlt.

Viele Kleinkinder wissen schon ganz genau, was sie leiden mögen und was nicht. Eltern sollten beim Kauf von Klamotten diesen Geschmack respektieren, auch wenn sie ihn für geschmacklos halten. Für ältere Kinder und Jugendliche hat das Outfit darüber hinaus eine besondere Bedeutung bezüglich der Gruppenzugehörigkeit. Eltern, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, geraten schon mal in Verzweiflung, wenn besonders teure Markenklamotten angesagt sind. Sie stehen vor der Wahl des finanziellen Ruins oder der sozialen Ausgrenzung ihres Kindes. Für diesen beschissenen Konflikt gibt es keine elegante Lösung – auch nicht, dem Kind einreden zu wollen, es habe es doch gar nicht nötig, dieses Schicki Micki-Getue mitzumachen. Innerlich starke Kinder werden diese Phase ohne nachhaltige Schäden überstehen. Vielleicht sind diese Kinder sogar besser dran als jene, die solche Statussymbole als Ersatz brauchen.

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