8.3.12

NEUGIER

„Sei nicht so neugierig!“ So etwas sollte Ihr Kind mal zu Ihnen sagen, wenn Sie es mal wieder mit Fragen über sein Privatleben löchern. Aufdringliche Neugier gegenüber den persönlichen Angele-genheiten unserer Mitmenschen wird zu Recht als taktlos und unangemessen angesehen. In diesem Zusammenhang ist die obige Aufforderung also durchaus ok – von beiden Seiten. Auch Kinder haben ein Recht auf private Geheimnisse, und Sie werden viel mehr Persönliches von Ihrem Kind erfahren, wenn Sie nicht indiskret fragen.

Kinderfeindlich ist diese Aufforderung allerdings, wenn sich die „Gier nach Neuem“ auf die Erforschung der Dinge dieser Welt richtet. Merken Sie sich: Neugier ist keine Unart sondern eine Tugend, an der Kinder ihre Freude behalten sollten. Ohne diesen starken menschlichen Antrieb würden wir noch in Höhlen leben und könnten nicht die Annehmlichkeiten technischer Errungenschaften genießen.

 Aber auch die (wertschätzende und einfühlsame) Neugier in Bezug auf die Mitmenschen ist von hohem sozialem Wert: bedeutet sie doch das intensive Interesse an den vielen Formen des Andersseins – die Basis für tolerante Weltoffenheit.

 Nur neugierige Kinder sind lebendig und geistig wach. Unterstützen Sie es, wenn Ihnen (z.B. mit „warum?“) Löcher in den Bauch gefragt werden; beim Scheitern fällt Ihnen kein Zacken aus der Krone!

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